Die systemische Pädagogik Cudec nach Bert Hellinger

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Plädoyer für eine neue Pädagogik in Deutschland – für eine Wissenschaft ohne Scheuklappen

Dezember 10, 2011 Von: cudec Kategorie: Allgemein

Als ich im Juni dieses Jahres mit der Bahn nach Bad Reichenhall zur Hellinger-Fortbildung reiste, tauschte ich mit einem netten Sitznachbarn die Reiselektüre aus. Er gab mir sein Journal  „Zeit-Wissen“: und ich durfte dort auf einem Wissensgebiet, in dem ich mich gut auskenne, in einem Print-Medium von hohem Rang, den Wissensstand eines deutschen Hochschullehrers mit Erstaunen kennenlernen, der in eben diesem Medium wegen seiner Kompetenz als Kronzeuge gegen Hellinger angetreten ist.

Zitat: »Familienaufstellungen haben den klerikalen Charakter einer Beichte«, sagt Wolfgang Hantel-Quitmann, Professor für Klinische Psychologie und Familienpsychologie an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften: »Ziel ist nicht, Menschen dabei zu helfen, den für sie richtigen Weg selbst herauszufinden, sondern ihnen eine Einsicht in die Lehren Hellingers zu suggerieren und sie von diesen abhängig zu machen. Das ist eine fundamentale Verletzung der Autonomie der Klienten.«[i]

Was bringt einen Professor einer deutschen Hochschule dazu, ein derart vernichtendes Urteil über „Familienaufstellungen“  öffentlich zu fällen?  Wer ist dieser Experte, der sich berufen fühlt, „eine fundamentale Verletzung der Autonomie der Klienten“ anzuprangern?

Im Internet finde ich folgende Angaben:

An der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften bietet  Wolfgang Hantel-Quitmann  eine  Weiterbildung  „Systemische Paar- und  Familienberatung / Systemische Paar- und Familientherapie“ mit  Zertifikat der HAW-Hamburg am  Zentrum für Praxisentwicklung (ZEPRA) an . “In beiden Kursen „Systemische Familienberatung und Familientherapie“ sollte jede/r TN jeweils eine eigene Familienrekonstruktion erlebt haben. Falls Sie möchten, können Sie sich diese meist mehrstündige Sitzung per Video aufzeichnen. Es hat sich als hilfreich herausgestellt, eine solche Videoaufzeichnung zu haben und behalten zu können, damit das dort Erfahrene nicht wieder dem Vergessen anheim fällt.

Das bedeutsamste Instrument der familientherapeutischen Selbsterfahrung ist die Familienrekonstruktion. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl therapeutischer Wege und Methoden in der Familientherapie, die in der Selbsterfahrung angewandt werden (neben Familienrekonstruktionen sind dies u.a. Skulpturen, Inszenierungen, Genogramm-Analysen, themenzentrierte Arbeitsgruppen, Rollenspiele, kleine Übungen).“[ii]

Meine Frage an diese Ausbildung im Rahmen einer Hochschule lautet nun:

Wo ist wissenschaftlich die Überlegenheit  der Methode „ Familienkonstruktionen“ , vermiutlich nach Satir , festgestellt worden?  Wie kann man behaupten, sie sei das „bedeutsamste Instrument der familientherapeutischen Selbsterfahrung“ ?

In der Waschmittelwerbung ist es nicht gestattet, die Überlegenheit des eigenen Produkts durch Abwertung des Produkts der Konkurrenz herauszustellen, zur  Anerkennung der eigenen Systemischen Beratung und Therapie scheint  es in diesem Fall legitim.

Wäre dieser ZEIT-Experte nur ein Einzelfall, brauchte ich mir nicht die Mühe zu machen, mich mit ihm und seiner Kritik an Hellinger auseinanderzusetzen. Jedoch er scheint mir typisch zu sein für eine Haltung im deutschen Wissenschaftbetrieb , die Überheblichkeit mit Ahnungslosigkeit mischt. Vor allem fehlt die Kenntnis dessen, womit sich die Forschung in anderen Ländern beschäftigt, wenn es um alternative Medizin  oder Kurzzeittherapien oder wie in diesem Bereich um eine Neue Pädagogik für das 21. Jahrhundert geht. Bei uns werden alte Hüte aufgesetzt, so  wie in diesem Beispiel, wenn eine Vorläuferform der Familienaufstellung aus den Sechziger Jahren als die  „wirksamste Methode“ verkauft wird.

Im Feld der Systemischen Familienberatung und –Therapie  hält sich in Deutschland eine Abgrenzung  und Abschottung gegen die weltweit so erfolgreiche Arbeit Hellingers für progressiv und  für die einzig wahre wissenschaftliche Haltung, während  in der Ausbildung in Systemischer Pädagogik  in Spanien beispielsweise  neben Hellinger  das ganze Spektrum systemischer Theorie vertreten ist, z.B. Maturana, Varela, auch der Systemtheoretiker Luhmann  friedlich vereint sind.

Verliert Deutschland  auch hier die Führung?  Brauchen wir diese Scheuklappen? Verlieren wir den Anschluss an die wirksamste Innovation im Rahmen von Multikultureller Erziehung und Bildung?  Können wir uns weiterhin leisten, dass Schulversager auf ein  staatlich alimentiertes Leben auf niedrigem Niveau und Ausschluss aus vielen Bereichen der Gesellschaft blicken?  Finden wir zeitgemäße  Antworten auf die Frage: „Warum lernen so viele Kinder nicht, trotz des Engagements der Lehrer, trotz der Erhöhung der Mittel?“

Verspielen wir vielleicht durch die Arroganz unserer Wissenschaftler die Zukunft von Kindern, die in Gefahr sind, lebenslang ausgegrenzt zu werden?

Das Bildungspaket der Bundesregierung verspricht : Neue Zukunftschancen für 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche.[iii] In meiner Stadt lese ich heute in der Tageszeitung, wie diese Hilfe vor Ort organisiert wird, und mir kommen die Tränen angesichts der Hilflosigkeit beim Verteilen der Mittel ohne zukunftsweisendes Konzept.[iv]

Wie kann man Kindern wirksam helfen?

Die Universidad Autónoma Barcelona, das Cudec/Mexico und das Institut Gestalt/Barcelona

haben in diesem Sommer in einer gemeinsamen  Tagung „El gran amor de los maestros por la educación (Die große Liebe der Lehrer zu Unterricht und Erziehung)“[v] die  Ergebnisse und Erfahrungen von 12 Instututionen vorgestellt, die erfolgreich mit dieser systemischen Pädagogik arbeiten.[vi] Daraus hat sich ein Aufbaustudiengang entwickelt  , an der Universität Barcelona angesiedelt: La  Diplomatura de Postgrado en Educación Sistémica y Multidimensional.[vii]

In den nächsten  Artikeln möchte ich die Inhalte dieser Pädagogik näher vorstellen, Die Beispiele aus Spanien oder Mexico machen durch die gelungene Integration in den Wissenschaftsbetrieb Mut, auch in Deutschland die Scheuklappen abzulegen. Bert Hellinger selber kann durch die Fülle seiner Publikationen  und die öffentliche Demonstration seiner Arbeit  überzeugen, auch die Dozenten der Hellingerschule wären für einen Überblick über die „Familienaufstellungen“  kompetentere Gesprächspartner als der oben genannte Hamburger Professor gewesen.[viii]


[i] http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/04/Dossier-Esoterik-Seelenpfuscher/seite-3

[ii] http://www.hantel-quitmann.de/familientherapie/?page_id=24

[iii] http://www.bildungspaket.bmas.de/

[iv] „Ich möchte mit der Schulsozialarbeit in Grundschulen anfangen“, sagte Jugendamtsleiterin NN in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses. An weiterführenden Schulen gibt es in NN bereits Schulsozialarbeiter, an Grundschulen noch nicht. Sie habe überlegt, sagte NN, wie man Kindern aus benachteiligten Familien zu besseren Leistungen in der Bildung verhelfen könne. NN. möchte sich mit Schulsozialarbeitern treffen und gemeinsam überlegen, wie die Hilfe zur Bildung aussehen könnte. In der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses wird sie ein Konzept vorstellen.
NN, Lehrer der NN-Gesamtschule und als sachkundiger Bürger Mitglied des Jugendhilfeausschusses, schlug vor, dass Schulsozialarbeiter in sozial schwache Familien gehen und den Eltern helfen, wie man bestimmte Leistungen beantragt.

Quelle: http://epaper2.neue-westfaelische.de/digiPaperRef/servlet/articlepageservlet?page=1200561&text=10300090

[v] [v] http://ice2.uab.cat/ii_jornades_pedagogia_sistemica/presentacio.php?idioma=es

[vi] Centro Bert Hellinger (Argentina) ,Centro Colibrí (León) ,Centro T. Psicomotriz (Zaragoza) ,Clara Ventura (Palma de Mallorca) ,Corporación Marianela Vallejo – Neopsicología (Colombia) ,Domus – CUDEC  (México) ,

Institut Gestalt (Barcelona) ,La Montera (Sevilla) ,L’Espígol (Elche) ,Psicoespacio (Bilbao) ,Zentrum (Madrid)

http://ice2.uab.cat/ii_jornades_pedagogia_sistemica/presentacio.php?idioma=es

[vii] http://pagines.uab.cat/educaciosistemica/

[viii] http://www2.hellinger.com/home/seminare/seminar-informationen/dozenten-hellingerschule/

Reflexiones sobre la educación del siglo 21 con Bert Y Sophie Hellinger – Gedanken über die Bildung im 21. Jahrhundert mit Bert und Sophie Hellinger

Dezember 08, 2011 Von: cudec Kategorie: Allgemein

Reflexiones sobre la educación del siglo 21 con Bert Y Sophie Hellinger

Gedanken über die Bildung im 21. Jahrhundert mit Bert und Sophie Hellinger-

Hauptvorträge im Rahmen der Internationalen Tagung der Systemischen Pädagogik Cudec

Systemische  Pädagogik Cudec nach dem Ansatz von Bert Hellinger

Vom 24. bis 29. JULI 2012 am Sitz der GRUPO Cudec im Norden der Metropole Mexico City.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an uns:

+52-5565 4485 app.261,283 und 119

Promoción DOMUS promociondomus@cudec.edu.mx

www.domus.cudec.edu.mx

Av.Atlacomulco 191, Col.La Loma, Tlalnepamtla,Edo. De México

Unidos por el corazón – Vereint mit dem Herzen

Dezember 08, 2011 Von: cudec Kategorie: Allgemein

Unidos por el corazón- Vereint mit dem Herzen

Unidos por el corazón- Vereint mit dem Herzen

Dies ist der erste Flyer des Events, dem ich diesen Blog widme.

Eine besondere Gelegenheit, Bert Hellinger kennenzulernen

Dezember 02, 2011 Von: cudec Kategorie: Allgemein

Bert Hellinger hat in diesem Jahre seine Arbeit in folgenden Ländern vorgestellt oder fortgesetzt: 2x Mexiko, 2x Polen, Armenien, China, Tschechei ,2x in Deutschland großes Trainingcamp.
In den Ausbildungskurs vom November 2011 kamen über 400 Teilnehmer aus 45 Ländern nach Bad Reichenhall. In den Kurs Ende April in Mexiko kamen am Tag des Offenen Seminars 1000 Teilnehmer, zu dem übrigen Seminar 600 Teilnehmer aus vielen Ländern.
Darum ist es eine besondere Gelegenheit, Bert Hellinger im deutschsprachigen Raum in einem Wochenendkurs kennenzulernen.
Er ist mit seiner Frau Sophie vom 16.-18.Dezember 2011 in Graz in Österreich.
Näheres hier:

http://hellinger.com/Media/PDFs/Graz_Dezember2011dt_web_2911.pdf

Mai 2011: Mein Bericht aus dem “CUDEC”-Mexiko

November 28, 2011 Von: cudec Kategorie: Allgemein

Teil 1

Herzliche Grüße aus Mexico  nach wunderbarem Seminar mit Sophie und Bert und einer weiteren Woche CUDEC- Erlebnis.

Wie kann eine große Schule, das CUDEC,  die Methoden und Erkenntnisse Bert Hellingers zu ihrem Grundprinzip machen? Was ist anders als in deutschen Schulen?

Mit brennendem Interesse an diesen Fragen habe ich mich getraut zu fragen, ob ich nicht einmal gucken könnte, wie die „Systemische Pädagogik Cudec® nach Bert Hellinger“ in der Praxis aussieht, ob ich vielleicht sogar einmal hospitieren dürfte. Wie werden die Einsichten Bert Hellingers an die über 2000 Schüler vermittelt? Wie machen die Lehrer mit?   Werden Vorträge gehalten?  Wie sind die Eltern eingebunden? Wie geht man mit „schwierigen“ Schülern um?

Mein Fazit nach 5 Tagen: Ich bin überwältigt davon, wie die Einsichten Bert Hellingers nicht gelehrt, sondern gelebt werden. Ich kann nur staunen, was für ein großes Werk hier entstanden ist, das mit seinen Inhalten und Strukturen heute mit Erfolg  nach Spanien und in andere lateinamerikanische Länder exportiert wird.

Mir will hier keiner glauben, dass mein altes Gymnasium in NRW mit über 1000 Schülern neben Direktor und Stellvertreter als Personal neben den Lehrern 2 Sekretärinnen und einen Hausmeister hatte. Dass es für die seelischen Probleme der Schüler außer dem Klassen- und Fachlehrer niemanden gab, dass die staatliche Erziehungsberatung oder andere Hilfen 3 Monate Wartezeit haben, dass es Sache der Eltern ist, die Kinder am Nachmittag in Therapien zu bringen oder ihnen von ihnen bezahlten Nachhilfeunterricht zukommen zu lassen.

Hier ist alles ganz anders. Und alle meine Gesprächspartner haben ihren „Hellinger“  nicht nur völlig internalisiert, sondern sind glücklich, dass sich ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen „gracias al Dr. Hellinger“  grundlegend geändert haben. „Entrando en sistémica el desgaste emocional se ataba.“  “Wenn ich die systemische Pädagogik betrete, sinkt der emotionale Verschleiß,” sagt mir eine Chemie-Lehrerin, die beobachtet hat, dass ihre männlichen Schüler die Lust am Chemie-Unterricht verlieren, wenn sie bei einer Scheidung wütend auf ihren Vater sind.

Das ist sicher eine Beobachtung, die Lehrer in Deutschland auch machen können. Doch anders als in Deutschland stehen die Lehrer hier nicht ohnmächtig vor dieser Situation. Es gibt eine Menge Hilfen für das Kind und die Eltern, was eben diese spezielle Pädagogik nach Hellinger ausmacht.

Als Hauptunterschied würde ich folgendes sehen: Im Mittelpunkt des Interesses steht nicht die Wissensvermittlung, sondern die emotionale Entwicklung des Kindes. Das Kind soll sich in seiner Haut und an seinem Platz wohlfühlen. Dazu gibt es viele Hilfen. Und das Erstaunliche ist: Dann klappt auch die Wissensvermittlung automatisch, so dass hier ein hoher Standard  im Schulerfolg erreicht wird. Sonst, wenn es „nur“ um glückliche Kinder ginge, wäre es vielleicht eine Oase im Bildungsstress, aber nicht dieser Exportschlager, der diese syst.  Pädagogik des Cudec geworden ist.

Und wann fühlt sich ein Kind wohl? Wenn es zu Mama und Papa eine gute Beziehung hat, wenn es bei ihnen Kind sein darf und die Eltern die Eltern sind. Und wann kann ein Kind lernen?  “Sólo un corazón agradecido puede aprender”. Angélica Olvera.  “Nur ein dankbares Herz kann lernen.“, ist  ein Slogan dieser Pädagogik. Dieser Kern der Hellinger-Einsichten, in Deutschland aus einer Haltung der Arroganz gebenüber wichtigen Lebensgesetzen häufig belächelt, ist der Schlüssel zum Erfolg, ob ich ihm zustimme oder nicht. Im Cudec werden die „Ordnungen der Liebe“ Bert Hellingers zum Fundament der Erziehung und Schulbildung.

Dank des unermüdlichen Einsatzes des Ehepaares Alfonso Malpica und Angelica Olvera , ihrer vielen Mitarbeiter und einer großen Zahl ehrenamtlicher Helfer   ist ein großartiges Werk entstanden, dessen einzelne Pfeiler ich in den folgenden Beiträgen beschreiben möchte. Ich danke dem Ehepaar Malpica sehr, dass sie mir diese Einblicke gewährt haben, und besonders auch für ihre herzbewegende Gastfreundschaft.

Herzliche Grüße

Maria

Teil 2

Am ersten Tag meines Besuchs im CUDEC wurde ich von Ana Teresa Alvarez de Santos liebevoll an die Hand genommen und zu verschiedenen Gesprächspartnern geleitet, die schon trotz ihrer Arbeitsbelastung am ersten Tag nach den Osterferien informiert waren und mich freundlich erwarteten.

Zuerst der Direktor der Preparatoria,  Mtro. Fernando González Ubeda. (Es gibt 3 Schulformen in Mexico: Primaria – 6 Jahre Secundaria- 3 Jahre und Preparatoria oder bachillerato – 3 Jahre.)  Er erklärte mir u.a., wie die Schüler von heute eine andere Didaktik  und Methodik brauchen, ihnen ist nicht mehr mit dem Durcharbeiten von dicken Büchern geholfen, sie können gleichzeitig mehrere Handys bedienen und sich dort die relevanten Infos schnell herausfiltern,  der Lehrstoff  muss entsprechend aufgearbeitet und dargeboten werden, was viele intensive Projektplanungen erfordert. Man arbeite daran.

Die nächste Einrichtung: ORIENTACIÓN , was soviel wie Beratung heißt: in Wirklichkeit ist sie eine Vermittlerfunktion zwischen Schule und Elternhaus.

Die junge Leiterin dieser Stufe erklärte mir , wie sich die  Orientadores/as  mit  der ganzen Klasse  beschäftigen oder mit einzelnen Schülern. Die Lehrer können Schüler bei Bedarf  zu ihnen schicken, ein Schüler kann sich aber auch bei ihnen melden bei jeder Art von  Störung in seinem Lernprozess. Die in Psychologie oder Pädagogik voll ausgebildeten Berater können schnell erkennen, welche Störungen einen Ursprung in der Familie haben oder ob der Schüler Rückendeckung beim Lehrer braucht oder ob er in eine Tutorgruppe , von Lehrern geleitet, zum Auffrischen oder bei Krankheit zum Nachholen von Lerninhalten  geschickt wird.

Das Besondere an dieser  Einrichtung in der Pädagogik nach Hellinger ist der Clou des Ganzen:  Ein Jahr lang arbeitet die ganze Klasse an der „Bindung an die Mutter“- El vinculo con la madre.  Mit Genogramm, Zeichnungen, Gruppenspielen  und Phantasiereisen  lernen die Kinder ihren Platz in der Familie  kennen, lernen, ihrer Mutter dankbar zu sein, lernen, Grenzen zu akzeptieren, lernen ihren Platz in der Gruppe ,in ihrer Klasse und der ganzen Schule kennen und vor allem, für mich interessant, arbeiten an der wichtigen Beziehung zu ihren Großeltern. Kein Schüler, der nicht die Namen seiner vier Großeltern kennt. Nach einem Jahr der Arbeit an der Beziehung zur Mutter, zu Großeltern, zur Schule  kommt im 2. Jahr der Vater in den Blick, zusammen mit der Frage der möglichen Laufbahn, der persönlichen Berufung und Zukunftsperspektive. Beide haben ihre Rolle: die Mutter für das Leben, der Vater für die Welt.  Mangelnder Respekt vor Eltern oder Lehrern gehört zu den Störungen in der emotionalen Entwicklung eines Kindes, die massiv angegangen werden.

In der Preparatoria wiederholt sich der gleiche Aufbau, aber da werden zu den Grund-Themen Bindung an die Mutter- Bindung an den Vater auch die Paarbeziehung, die Sexualität, aber auch Nachhaltigkeit und Verantwortung im zukünftigen Beruf  und für die Gesellschaft thematisiert.

Die größte Überraschung sollte die nächste Etappe werden, die Asesoría familiar. Sie ist sozusagen die erste Baustelle zur Reparatur der Eltern-Kind-Beziehung: Eltern können diese Stelle von sich aus in Anspruch nehmen, oder sie können von der Orientadora die Empfehlung bekommen, dort vorzusprechen. Übrigens erfahren Lehrer von dem, was zwischen Schülern und Orientadora oder zwischen Eltern und Beraterin besprochen wird, nur das Nötigste, nur das was sie für ihren Umgang mit dem Kind wissen müssen, so bleibt die Privatspäre der Familie geschützt und die Eltern können Vertrauen aufbauen. (Wenn ich in Deutschland mit meinen familiären Problemen zur Schule gehe, muss ich besorgt sein, dass das Kind irgendwann zu spüren kriegt.)

Aslo, ich beginne zu fragen: ich habe gerade an der Schule einer Enkelin mitgekriegt, dass dort in die 4.Klasse Grundschule ein Schüler seit Ende des letzten Schuljahres geht, der fast jeden Tag einmal so „ausflippt“, dass die ganze Klsse, besonders die Jungen, Angst haben. Die Eltern werden beschieden, wenn sie das Problem ansprechen: Wir reden nicht mit Eltern über andere Schüler. Die Verzweiflung des Jungen wird nicht gesehen, auch wird lieber weggeguckt als hingeschaut; was der Junge so anstellt, wird nicht vom Lehrer an die Schulleitung oder an irgendeine Instanz weitergegeben, es schlägt sich nur in der Angst der Mitschüler nieder. Niemand der Eltern weiß, wer der Erziehungsberechtigte ist. Wie würdet ihr hier mit so einem Fall  umgehen?

„Na, damit du kennenlerst, wie wir hier arbeiten, kannst du ja einen eigenen Fall präsentieren, und wir behandeln es so wie sonst.“ Einen Moment überlege ich, soll ich dieses Kind vorstellen? Aber ich bin ja schon etwas systemisch geschult: also: habe ich einen Auftrag, habe ich die Erlaubnis seiner Familie? Sicher nicht. Ich kenne ja nicht mal seinen Namen. Blitzschnell schalte ich um: Ich bin hier wegen meiner Enkelin, sie ist leicht unaufmerksam, fühlt sich in der Familie nicht so recht geliebt, wird von der älteren Schwester gemobt.

Schnell wird ein Papier ausgebreitet, ein Genogramm gezeichnet: Wieviele Kinder hast du, an welchem Platz ist deine Tochter? Das Gleiche für ihre Kinder. Sehr schnell sind wir bei der Geburt meiner Tochter: Besonderheiten? Ach ja, da war der Blutsturz 12 Tage nach der Geburt, ich war erst ein paar Tage zu Hause, musste das  Kind beim Papa lassen, es durfte das Krankenhaus nicht wieder betreten. Elva Ruiz Montero und Maria Teresa Ortiz stellen sich für mich und meine Enkelin zur Verfügung.

„Ja, dazu machen wir nur eine Bewegung, wir machen hier keine Aufstellungen: Stell du dich dahin, du bist du selbst, ich geh hierher, ich bin deine Tochter.“

Und es lief eine „Übung“ zur „Unterbrochenen Hinbewegung“ ab, die ich hier nicht im einzelnen beschreiben möchte, nur soviel: meine Tochter sank zu Boden und zitterte. Nachdem dieses frühe Trauma in den Armen der Mutter endete, meine Mutter zur Unterstützung  in meinem Rücken,  gab mir Elva noch  eine Erklärung für das Geschehen: „Die Angst deiner Tochter, das war deine Angst, deine Todesangst, die sie gespürt hatte. Und noch eine Empfehlung: Sag ihr , sie soll eine Nacht mit dem Kopf auf deiner Schulter schlafen, und später das gleiche mit ihrer Tochter machen.“

Was für ein tiefes Erlebnis! Muchisimas gracias de todo corazón, Elva y Maria.

Und ohne Planung, nur einfach mal so. Und das dürfen Eltern mal eben so erleben, wenn irgendwas mit den Kindern nicht so klappt. Und für mich hat sich ein weiteres Puzzestück eingefügt, eine weitere „heilende Bewegung“ in dem Familiensystem zu den vielen, die ich schon Bert und Sophie zu verdanken habe.

Und wenn Eltern  nach diesem „Hereinschnuppern“ („Esto solo es un movimiento, no hacemos constellación“ ) tiefer sich auf Familienaufstellungen einlassen wollen, es steht ihnen jederzeit die Möglichkeit offen: Im Domus Cudec Extensión Universitaria gibt es jeden Montag bis Donnerstag 16-20h  ein Aufstellungsseminar, an dem man umsonst ohne eigene Aufstellung teilnehmen kann. Diese Zentrum bietet eine Brücke zwischem Schul- und Therapiebereich. Die Grenzen zwischen beiden Gebieten werden sorgsam beachtet. Und wenn man dann eine eigene Aufstellung erlebt hat, erst dann zahlt man einen Beitrag.

Aus diesem Kontakt also mit der  Asesoría familiar komme ich aufgewühlt und mit einiger Verspätung heraus, in der Zeit hat Ana Teresa, immer das Handy in der Hand, schon umorganisiert und Termine verschoben. Im Büro von der Direktorin der SECUNDARIA , Frau Mtra. Lourdes López Araiza y Castro, warten schon zwei Lehrerinnen, die mir erzählen wollen, wie sich der Ansatz Bert Hellingers im Unterricht auswirkt. In Reichenhall hatte ich schon die Tafel mit der Übersicht über die Elemente für den Chemieunterricht gesehen, darauf wurde auch Bert Hellinger genant, weil nach seinen Einsichten und Lehren jedes Element in einem System seinen festen Platz hat. Und das gilt für die chemischen Elemente wie für Familiensysteme, seien die Elemente bekannt oder noch nicht entdeckt, sie haben ihren Platz. Die Chemie-Lehrerin Rosa Maria Gonzalez Gutierrez erzählt mir, wie sehr sie und die Schüler Entlastung finden von emotionalem Stress, so dass es , privat und beruflich, eine Zeit vor und eine nach Hellinger gebe. Ich verstehe auch, wie entlastend es ist, wenn Schüler nicht ihre Konflikte lange mit sich rumschleppen müssen, sondern  Familien z.B. in Stress-Situationen sich sofort an die Hilfen wenden können. Auch die Lehrer können die Aufstellungsgruppen nutzen, um in einem Konflikt mit einem Schüler oder bei Misserfolg eines Schülers sofort zu schauen, um was es wirklich geht. Und das geben sie dann an die Eltern weiter, die meist den Schlüssel in der Hand haben. So brauchen manche Schüler die Erlaubnis der Mutter, dass sie ihren Vater trotz schmerzlicher Trennung von der Mutter noch lieben dürfen.

Eine weitere Überraschung erlebe ich, als eine Schülerin hereintritt,- sie war „herbeizitiert“ worden,- und aufgefordert wird, zu erklären, worin ihre Schwierigkeit in Mathematik bestehe und warum sie nicht zu ihrer  Behebung in ihre TUTORIA gegangen sei. Sie schreibt der Direktorin zwei Gleichungen mit 2 Unbekannten auf  und wird daraufhin zu einer Stelle geschickt, sich das erklären zu lassen und Übungen abzuholen, die sie dann am nächsten Tag vorbeibringen soll. Mir bleibt ein weiteres Mal vor Staunen der Mund offen, denn ich kannte nur Schüler-Kontakt mit dem Direktor, wenn was ausgefressen worden war, aber nicht zur vorbeugenden Kontrolle von Lernerfolg.

Mein Vormittag ist beendet, ich gehe erschöpft von den vielen Eindrücken und Erlebnissen, aber überglücklich  nach Hause.

Am Folgetag erwartet mich mit dem PAF, dem Programa de Apoyo Familiar, dem Programm der Familien-Hilfe, einer Schule für Eltern, das ganz besondere Highlight des großartigen Werkes, das das CUDEC hier nach dem Ansatz  Bert Hellingers aufgebaut hat.

Teil 3: das P.A.F.

Maria, die zusammen mit ihrem Mann Mario Bedolla  das PAF leitet, empfängt mich freundlich und sprudelt  ebenfalls voller Begeisterung. Und das, obwohl sie in der Vorwoche zum Organisationsteam gehörte und von früh bis spät auf den Beinen war. Von ihr erfahre ich, auf welch breiter Basis das Werk steht.

Kernstück  ist das PAF (Programma de apoyo familiar) – Programm zur Unterstützung der Familien. Es war ein Glücksfall, dass es dieses PAF schon gab, als Bert nach Mexico kam.

Es war 1986 als Elternschule gegründet worden von Angélica Olvera , um gemeinsam mit anfangs 25 Eltern zu klären: Wie verbinde ich mich mit den Kindern, wenn sie Angst oder Ärger haben? Wie können wir die wirklichen Bedürfnisse der Kinder erfassen?  Die Schule wuchs und wuchs, 91 wurde das PAF gegründet, im Jahre 2000 waren es 2000 Eltern.Mit Bert Hellinger und anderen Lehrern aus Deutschland, Argentinien und Spanien veränderten sich die Inhalte, ab damals waren die Einsichten Bert Hellingers, seine „Ordnungen der Liebe“  der Lehrstoff.

Inzwischen haben 1200 Absolventen eine Autobiographie zum Abschluss der zweijährigen Ausbildung verfasst, in der  sie Rückblick halten darauf, was sich  in ihrem Leben verändert hat. Warum tun sie sich das an?  Sie spüren, wie es ihnen guttut, wie mir eine Freundin aus Puebla versicherte: Zuerst sei sie abends heulend nach Haus gefahren, ihr Mann habe ihr gesagt, bleib doch weg, wenn du nur das heulende Elend bist, denn von Angelica seien durchaus direkt Wahrheiten ausgesprochen worden, die erst einmal  weh taten. Aber nachdem sie die Abschlussarbet geschafft habe, auch weiter die Psychologie nach Hellinger studiert habe, sei sie eine andere Frau, und ihr Mann bestätigte dies auch strahlend.

Wer die zweijährige Ausbildung im PAF abgeschlossen hat, hat damit das Zugangsrecht in das Studium der Psychologie nach Hellinger, das er dann mit der Lizenziatur abschließen kann, einem überall gültigen Universitätsabschluss. Der Clou an der Sache ist weiterhin, dass  das ganze PAF-Angebot kostenlos ist und von Ehrenamtlichen heute durchgeführt wird. Zuerst war es der Bereich von Angélica, dann der ihres Mannes, der im Notfall für sie eingesprungen war, zuletzt wird es von ca 100 Ehrenamtlichen getragen. Und das Angebot richtet sich nicht nur an die Eltern der eigenen Schüler, es geht weit darüber hinaus. Lehrstätten sind alle Schulen des Wohnbereichs, Kirchen, Arztzentren. Exportiert wird es in andere Städte, in Puebla ist es 10, in Guanajuato und Jalisco 3  Jahre alt, jetzt im Juni 2011 beginnt es in Kolumbien.

An dem Abend, an dem ich teilnahm, wurden von 2 ehrenamtlichen Referenten die Erkenntnisse Bert Hellingers zur Paarbeziehung vermittelt zum Thema: die Glaubenssysteme aus den Herkunftsfamilien . Es waren ca 200  Anwesende, einige Helfer, die mit Micro zu den Fragenden eilten. Die Referenten vermittelten die Erkenntnisse locker und mit eigenen Beispielen gespickt, so z.b. wenn der Mann glaubt, ein richtiger Mann trifft sich abends mit Freunden oder Kollegen,das machte Papa schon so,  sie dagegen glaubt, ein Mann gehört abends ins Haus zu Frau und Kind, weil das bei ihr so war, schon haben wir einen Kleinkrieg, bis sich beide dieser unterschiedlichen Erwartungen und der mit ihnen verbundenen dicken  Loyalitäten gegenüber den Herkunftfamilien bewusst sind und gemeinsame neue Glaubenssätze für ihr Gegenwartssystem finden. Am jeweiligen Lachen mit Kopfnicken habe ich auch da, wo ich nicht alles verstanden habe, merken können, dass viele die Erfahrungen aus der Anfangszeit der Beziehungen kannten und froh waren, dass sie nicht gleich auseinander gelaufen waren, oder auch jetzt merkten, warum die Beziehung zerbrochen war.

Es gab bei Referenten und aus dem Publikum immer wieder Hinweise darauf, dass es eine „Zeit vor Hellinger“ und eine „nach Hellinger“ gab. Auch bekannte Beispiele aus der Hellinger-Literatur wie der Hinweis auf die Rache, die notwendig ist bei einem schweren Verstoß des Partners, „aber ein bisschen weniger“,  waren nicht einstudiert, sondern passten zu den beschriebenen Ereignissen. Schön war der Abschluss mit Filmausschnitten aus dem Film „Kramer gegen Kramer“, die das Vorgetragene und Erzählte mit zu Herzen gehenden Szenen  illustrierten.

Einen Nachmittag konnte ich mit Frauen verbringen, die sich einmal wöchentlich treffen und gemeinsam lernen. Es war eine muntere Schar, mitten im Leben stehend, zwischen 40-60 Jahre alt und allesamt Studierende am CUDEC, nachdem sie das PAF absolviert hatten. Der nette Mitarbeiter des CUDEC, der mich dort abliefern wollte, hatte zwar Schwierigkeiten, den Weg dorthin zu finden, doch nach diesem Stressmoment war ich den ganzen Nachmittag gut aufgehoben.   Zwischen Kaffee , Oliven und Melonenstücken wurde das Entrenamiento  der Vorwoche noch einmal beschworen, Rückmeldungen gegeben und die Hausaufgaben für das Studium besprochen. Den Abschluss bildete eine Aufstellung für eine Besucherin, sofort war es ruhig und ein würdiger Rahmen war geschaffen. Warum schreibe ich dies?  Ich bin beeindruckt, wie tief Bert Hellinger in die mexikanische Gesellschaft vorgedrungen ist, in ihr Inneres, nicht nur in eine privilegierte Schicht, und wie prägend seine Einsichten für den Alltag von vielen sind. Von der Verbesserung der beruflichen oder Beruf begleitenden Chancen gar nict zu sprechen.

Teil 4

PAF junior

Besonders erfrischend war der Besuch beim Lider des Paf junior, Gustavo Lopez.

Angélica, die Tochter der Chefin, und ihr Mann Fernando haben vor einigen Jahren das PAF junior für die Kinder der Eltern, die am PAF teilnehmen, geschaffen. Mit einem Team von 22 jungen Leuten kümmert man sich um die Schüler in 3 Gruppen, die 6-12-Jährigen der Primaria, die 12-15-Jährigen der Secundaria und die 15-18-Jährigen der Preparatoria.  Es gibt für jede Gruppe 3 Veranstaltungen im Jahr, einmal im CUDEC, zweimal im Zeltlager auswärts.  In diesen Events werden die „Ordungen der Liebe“ noch einmal spielerisch und mit kreativen Mitteln erfahrbar gemacht. Zum Beispiel wird ein Junge, der seinen Vater nicht kennt, angeleitet: Schau in den Spiegel , worin bist du Mama ähnlich? Augenfarbe, Nase?Haare? Alles, was du nicht von deiner Mama hast, hast du von deinem Papa. Du kannst ihn dir mit diesen Merkmalen vorstellen, bu bist auch dein Papa, er lebt in dir. Oder ein Kind in einer Scheidungssituation kann zwei Seile, mit denen zwei Partner ihn in entgegengesetzte Richtung ziehen wollen, so hange halten, bis er merkt: ich lasse lieber los. Man vermittelt ihm: Geh aus diesem „Seilkampf“ lieber raus, lass Mama und Papa diese Ebene, es ist ihre und du hältst dich raus. Den Kleinen, die sich großspurig verhalten, gibt man Aufgaben, die sie gar nicht bewältigen können, bis sie merken: Das kann ich nicht, weil ich noch zu klein bin. Dafür kann ich was anderes gut. Das Einhalten von Grenzen übt man im Spiel ein, indem man nass wird, wenn man die Grenzen überschreitet.

Von einer anderen Cudec-Schülerin habe ich gehört, dass Angélica-Tochter einen Einstufungs-Test mit Brillen aus Papprand mit Buntpapier- Gläsern entwickelt hat. Je nachdem, welche Farben das Kind wählt, sieht man, ob es unter einer Grundtrauer bei fehlendem Elternteil leidet, und man kann sehen, wie man dem Kind helfen kann. Auch ist Angélica Expertin in der Enneagramm-Arbeit, auch von dort erfahren die Jugendlichen Anregungen, wie sie mit einzelnen Kindern umgehen bzw. welche Erfahrungen dem Kind noch fehlen oder ihm guttun. Mit den Älteren wird über Partnerschaft und Sexualität , Bindungen, das bevorstehende Studium gearbeitet, aber auch immer wieder über die Familie als Quelle der Kraft.

Eine Frau, die nicht im CUDEC, sondern in einer staatlichen Schule für Behinderte arbeitet, hat mir bestätigt, wie hilfreich all das, was sie im CUDEC auch an praktischem Handwerkszeug zu der Haltung in den „Ordnungen der Liebe“ bekommt, im Alltag für sie und wie segensreich für ihre Schüler ist.

Teil 5

Ihre Stärke und ihren Erfolg können all diese Teilbereiche des CUDEC  beziehen aus einer Haltung, die die „Beziehung zur Mutter“  als  Gradmesser für den Erfolg im Leben, beim Lernen , für die Gesundheit und für das Gelingen von Beziehungen nimmt. „Nur ein dankbares Herz kann lernen“- dieser Slogan ist keine leere Worthülse, niemand, von den Direktoren bis zu den Pförtnern oder Chauffeuren, belächelt oder missachtet diese Grundlage der Arbeit. Die Beziehung zur Mutter  als Quintessenz der „neuen“  Einsichten Hellingers wird Chefsache. So konnte ich an einer Besprechung  teilnehmen,  die die Coordinadora del Grado mit den Klassenlehrern abhielt, um eine Feier zum Abschluss eines Talentwettbewerbes zum Muttertag zu organisieren. Jede Klasse sollte eine Collage mit einem Slogan in der Mitte und individuellem Dankausdruck eines jeden Schülers anfertigen. All diese Collagen mit Sprüchen wie „Ich bin dein Erfolg,Mama“  und die Ergebnisse des Kunst-Wettbewerbs bildeten dann bei der Feier selbst die Begrenzung des Zuschauerraums. Kunst, so erfuhr ich, ist mit der Mutter verbunden, während der Sport die Verbindung zum Vater spiegelt. Die Auftritte in einzelnen Sparten der jugendlichen Pop-Musik boten Schülern Chancen, ihre Fähigkeiten , die nicht vom Lehrplan gefordert werden, in lockerer Atmosphäre unter großem viel Applaus zu präsentieren, ausdrücklich als Dank an die Mütter, ohne die solche „Künstlerkarrieren“  nicht denkbar wären.

Abgerundet wurde mein Einblick in das System CUDEC noch durch die Informationen zum Aufnahmeverfahren der Schüler. Neben einer Eingangsprüfung wird ein „Psicométrico“ erstellt, mit dessen Hilfe festgestellt werden kann, wo sich das Kind in seiner emotionalen Entwicklung befindet und welche Hilfen es noch braucht. Auch werden die Stärken und Defizite in der kognitiven Leistung oder beim Lesen, Rechnen, Schreiben festgehalten, so dass keine Zeit verloren geht, bestehende Schwächen zu bemerken. Die Fachlehrer haben dann in den 5 Wochenstunden Unterricht oder 2 WS Tutorgruppe gesicherte Grundlagen zur individuellen Förderung der einzelnen Schüler. Es wird keine Lernstandskontrolle mit Einstufung in ein Notensystem für alle in der gleichen Weise geben, sondern jeder Schüler wird danach beurteilt, ob er das, was er sich vorgenommen hat, erreicht hat oder nicht. Schüler, die sich erst gar nicht viel vornehmen, werden ermutigt, die Latte etwas höher zu setzen. Gibt es Lernschwierigkeiten, gibt es die genanten Hilfen. Wie im Fall des Schülers, der in Englisch scheiterte, obwohl seine Mutter Englisch-Lehrerin war. In der Aufstellung, die wir in der Seminarwoche nach Vorstellung des Buches zur Systemischen Pädagogik sehen durften, wurde deutlich, dass die Mutter über den Vater verärgert war; erst wenn der Junge die Erlaubnis der Mutter bekommt, seinen Vater lieben zu dürfen, kann auch für Englisch wieder eine neue Chance beginnen.

Auch die Auswahl der Mitarbeiter vom Direktor über die Lehrer und die vielen pädagogischen Kräfte oder Projektleiter für didaktische und methodische Umsetzunges des Lehrstoffs  bleibt nicht einem bildungsfernen Gremium überlassen, es gibt sorgsame Verfahren und Tests, denn die Mitarbeiter müssen sich in diesem pädagogischen Neuland auch wohlfühlen. Genug Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten werden ihnen geboten, sie werden auch regelmäßig zur Pflicht gemacht.

Mit dem Gedanken, dass ich irgendwann noch einmal wieder komme mit einer Gruppe Neugieriger, die sich hier Impulse für Reformen in Deutschland holen möchte, fiel mir der Abschied vom CUDEC nicht gar so schwer. Meinen herzlichen Dank an alle, die mir ihre Zeit geschenkt haben. Dank an Angélica und Alfonso Malpica, die mir ihre Gastfreundschaft und sehr sehr kostbare Zeit geschenkt haben.

“Wieso habe ich von diesem Ansatz noch nie etwas gehört?”

November 28, 2011 Von: cudec Kategorie: Allgemein

Diese Frage kann ich auch nicht beantworten.Fragen Sie danach in Ihren Ausbildungsstätten und Universitäten.
Mir genügt es heute, dass in der Anwendung von Familienaufstellungen und den Einsichten Bert Hellingers im Feld von Erziehung und Bildung sich anderswo Entwicklungen vollziehen, auf die wir nur staunend schauen können.
Dabei könnten wir auch ihre Ergebnisse in unserer Schullandschaft gut gebrauchen: die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus erhält eine neue Qualität, die emotionale Entwicklung des Kindes steht im Vordergrund, wobei sich die kognitive dann automatisch verbessert, wenn das Kind sich in seiner Haut wohlfühlt, eine neue Strategie des Umgangs mit Konflikten entsteht, was zu großem Stressabbau bei Lehrern fühlt, man kann im Konfliktfall leicht erkennen, worum es wirklich geht. Segensreich ist der Ansatz besonders in multikulturellen Spannungsfeldern und sog. „Problemfamilien“.

Ein Überblick in spanischer Sprache, damit die Quellen direkt besucht werden können:
Los creadores:
Angélica Patricia Olvera García ha impulsado la Pedagogía Sistémica CUDEC® con el enfoque de Bert Hellinger a nivel internacional y es coautora del libro Inteligencia Transgeneracional: Sanando las heridas del pasado. Constelaciones Familiares (2010), donde explica las implicaciones que tiene este proceso multidimensional en el desarrollo del talento para resolver conflictos construidos de manera histórica, que pasan de generación en generación.
Leer más: http://www.domus.cudec.edu.mx/pedagogia … -y-alfonso

ACERCA DE LA PEDAGOGÍA SISTÉMICA
La Pedagogía Sistémica CUDEC es una joven y novedosa corriente pedagógica que aporta una nueva forma de mirar al proceso de Enseñanza Aprendizaje. Está basada en los “Órdenes del Amor” descubiertos por Bert Hellinger, psicólogo y pedagogo alemán, estructurados y aplicados a la Educación, por Angélica Olvera García, Directora del Centro Universitario Doctor Emilio Cárdenas (CUDEC) de México.
leer más: http://www.centrocolibri.es/pedagogia-acercade.html

PRINCIPIOS DE LA PEDAGOGÍA SISTÉMICA
L Pedagogía Sistémica se fundamenta en unos Principios Básicos, algunos de los cuales hemos desarrollados en la página de “Artículos” de esta sección.
ACERCA DEL ORDEN Y EL AMOR
TOMAR Y AGRADECER = APRENDER.
ADMIRAR = HONRAR = APRENDER.
leer más: http://www.centrocolibri.es/pedagogia-sistemica.html

Pedagogía Sistémica Cudec: origen y desarrollo
¿Qué es la Pedagogía Sistémica Cudec® con el enfoque de Bert Hellinger?
La Pedagogía Sistémica Cudec® con el enfoque de Bert Hellinger permite describir y entender diversos tipos y niveles de fenómenos que se suscitan en el proceso de enseñanza-aprendizaje, así como en los contextos donde éste ocurre: el centro escolar y el hogar.
Estos sistemas no habían sido considerados previamente como un sistema mayor en el que existen ciertos órdenes que mueven y rigen cada uno de estos sub-sistemas. La Pedagogía Sistémica Cudec® se centra la atención en los sub-sistemas, la interacción y el lugar de cada uno de los elementos que lo componen para alcanzar una mayor funcionalidad con un conjunto de nociones que le dan fundamento:
leer más http://www.domus.cudec.edu.mx/pedagogia … desarrollo

Los lugares en España donde hay formación en colaboración con el CUDEC:
http://www.maita.es/pedagogia-sistemica … boradores/

Máster en Pedagogía Sistémica CUDEC©
http://www.zentrum.com.es/PSCUDEC.html

La Bibliografia:
http://www.maita.es/pedagogia-sistemica/bibliografia/

Los portavoces en España
Mercé Traverset
“Actualmente la pedagogía sistémica está teniendo un desarrollo vertiginoso en nuestro país y en otros países de Hispanoamérica, gracias a la enorme tarea de difusión y formación realizada por Angélica Olvera, Alfonso Malpica y el Centro Universitario Emilio Cárdenas de México y los centros de nuestro país que están apoyando su difusión y formación.” leer más: http://www.mercetraveset.com/formacion.html

Carles Parellada

La Pedagogía Sistémica, un nuevo paradigma educativo
El contexto: haciendo un poco de historia
…En el año 1999 Angélica Olvera, junto con su marido Alfonso Malpica, responsables del
CUDEC en México, conocen a Bert Hellinger. Ese encuentro, auspiciado por los
responsables del Institut Gestalt de Barcelona, Joan Garriga y Mireia Darder, que colaboraban
con ellos desde hacia un tiempo en distintos proyectos de formación para docentes, producirá
un efecto inmediato, poniendo en marcha una dinámica de trabajo e investigación que empezó
a dar sus frutos muy rápidamente.
Bert Hellinger aportaba su planteamiento sistémico-fenomenológico de las Constelaciones
Familiares, Angélica Olvera, y el CUDEC, aportaban una larga experiencia educativa basada
en diversos proyectos de innovación, especialmente ligados al constructivismo, ….leer más:
http://www.xtec.cat/~cparella/Articles/ … %E9mic.pdf

Perdonen si he olvidado algo importante.

Me gustaria recibir aqui en el Foro aportaciones al tema:
Lo que ha dejado en mi vida personal y profesional el trabajo de Constelaciones Familiares.
Soluciones encontradas con la mirada de Bert Hellinger .
Saludos cordiales
Maria

“Systemische Pädagogik ist eine Bewegung von Lehrern für Lehrer mit Wirkung auf die Familien”

November 27, 2011 Von: cudec Kategorie: Allgemein

FAZIT  der TAGUNG für SYSTEMISCHE PÄDAGOGIK in LEON 2008:
- In Madrid im Jahr 2004 beginnt die Systemische Pädagogik in Spanien, als Amparo Pastor Angelica Olvera eingeladen hat, den ersten Ausbildungskurs dort anzubieten. Mit ihm beginnt das Abenteuer der Systemischen  Pädagogik in unserem Land. Danach  findet die  Ausbildung in Barcelona bei Merce Traverset  und  ​​Carles Perellada statt. Nun kehrt sie  nach Madrid zurück mit einer neuen Ausbildung Modell CUDEC  durch das ZENTRUM und La Llave del Don.  Die Absicht ist es, einen Raum zum Wachsen zu öffnen, zum Forschen und zur Weiterbildung von uns Lehrern, um sie danach in die Schule zu tragen. Die Systemische Pädagogik macht Sinn beim Handeln und Sein.. ”

- “In Zaragoza haben mehr als 400 Lehramtsstudenten die  Systemische Pädagogik kennengelernt und Hunderte von Lehrern Erstausbildung erhalten. ”

- “In Bilbao besteht die Ausbildung 4 Jahre. Aus einer Gruppe von Lehrern, die mehr Ausbildung wünschen, entsteht der 1. Ausbildungsgang. Daraus wurde eine feste Gruppe.. Zwischen den Modulen werden Begegnungen organisiert, um das Lernen stärken. Einige Lehrer haben eine Parallelausbildung in Familienaufstellungen erhalten,was den Prozess bereichert hat. Die Systemische Pädagogik hat eine Veränderung im Blick auf die Eltern, Schüler und Kollegen bewirkt. ”

- “In Mallorca geht der Systemischen Pädagogik eine lange Begegnung mit Familienaufstellungen von Bert Hellinger voraus. Dies hat einen erhebliche Vorteil  gebracht und geholfen, zu verstehen, dass das neue Bewusstsein mit der Arbeit mit  jungen Menschen beginnt. Dank Angelica war dies möglich. Das Bildungsministerium hat Darlehen gewährt und im September geginnen wir die Ausbildung an der Universität. ”

- “In Elche begann die  Ausbildung durch das Zentrum Espigol. Nach mehreren Jahren Ausbildung im Familienstellen wurde die  Ausbildung  in Systemischer Pädagogik eingeführt.
Es wurde überraschend erfolgreich. Nun beginnt die dritte Ausbildungsrunde. Die Systemische Pädagogik ist eine Bewegung von Lehrern für Lehrer, die Familien betrifft. ”

- “In Barcelona hat das Institut Gestalt die Initiative ergriffen, Bert Hellinger im Jahr 1999 herzubringen. Dort  nahmen Angelica Olvera und  Alfonso Malpica Kontakt mit Joan Garriga. Es wurden mehrere Diplom-Ausbildungsgänge in  Systemischer Pädagogik  durchgeführt. Derzeit wird ein Master im zweiten Niveau durchgeführt. ”

- “In  Barcelona  werden Kurse von wenigen Stunden im ICE der Autonomen Universität von Barcelona angeboten, wonach sich Ausbildungsgruppen in Systemischer Pädagogik bilden können.  Auch gibt es dort eine Forschungsgruppe von etwa 30 Personen. Auch vom  ICE aus wird Elternfortbildung und Beratung in pädagogischen Zentren durchgeführt.. In Katalonien gibt es eine wachsende Nachfrage, so dass die Gründung  einer Gruppe von Lehrern notwendig wurde, die diese Erweiterung leisten kann. ICE unterstützt auch die Erstellung von Projekten in Schulen, die dieses pädagogische Modell umsetzen wollen. ”

- “In Leon, im Jahr 2004 begann die Systemische Pädagogik  durch den Besuch  von Angelica Olvera im  „CRA Cerecedo“,  wo heute täglich dieses Bildungs-Modell praktiziert wird. Diese Tagung jetzt hat  dazu beigetragen, dass die  lokalen Behörden und Erziehungsbehörden der Region León  diese Initiative unterstützen,  Lehrer aus ganz Spanien hier zusammenzubringen, die sich austauschen über diesen  neuen Ansatz , sich der Erziehungsaufgabe zu stellen.. Hier führten wir eine Ausbildung  in der Systemischen Pädagogik im CFIE  von Leon durch  (Zentrum für Weiterbildung und pädagogische Innovation von LehrerInnen) und im nächsten Jahr werden wir eine Forschungsgruppe und einen  Diplom-Studiengang  eröffnen.

Quelle: http://www.centrocolibri.es/jornadaspsleonclausura-panel.html

Interview mit Bert Hellinger im mexikanischen Fernsehen

November 25, 2011 Von: cudec Kategorie: Allgemein

Interview mit Bert Hellinger im mexikanischen Fernsehen

Im Oktober 2011 hielten Bert und Sophie Hellinger 3 Seminare in Mexico ab. In dieser Zeit entstand dieses Interview- deutsch-spanisch.

Gewachsen ist in Mexico nach 10 Jahren Hellinger-Arbeit ein Werk, das heute vier verschiedene universitäre Studiengänge umfasst: die Psychotherapie nach Bert Hellinger, die systemische Pädagogik nach Bert Hellinger, hierin auch einen Masterstudiengang, die  Ausbildung im Familienstellen als Master, neuerdings Unternehmensführung nach Bert Hellinger. Wegen der großen Nachfrage aus Lateinamerika und Spanien gibt es neben dem regulären Universitätsbetrieb eine dreijährige Ausbildung Psychotherapie mit Fernstudium und Präsenzkursen in den Sommerferien, Abschluß: Licenciatura. Dies alles ist in enger Verbindung mit der Praxis in der Gruppe CUDEC entstanden, deren Herzstück  eine Schule mit ca 2000 Schülern und eine private Universität ist.

Pädagogik Kongress in Mexico 2012

November 24, 2011 Von: cudec Kategorie: Allgemein

Hallo an Lehrer und Eltern,

ich möchte in diesem Blog gern informieren über eine Neue Pädagogik, die in Mexico und Spanien sich seit einigen Jahren etabliert hat: die systemische Pädagogik Cudec nach dem Ansatz von Bert Hellinger. Diese  „Pedagogía Sistémica Cudec® con el enfoque de Bert Hellinger“ ist ein  Exportschlager geworden, so dass die Ausbildung inzwischen in fast allen Ländern Lateinamerikas und in  neun spanischen Städten, auch der Universität Barcelona, angeboten wird.

Die bisherigen Kongresse waren 2003 in Oaxaca/Mexico und 2006 in Sevilla/Spanien. Der nächste Kongress wird im Juli 2012  im CUDEC in Mexico sein. Ich bin dort eingeladen und soll unter den 3000 erwarteten Lehrern die deutschen Teilnehmer betreuen.

Damit  deutsche Lehrer überhaupt die Chance haben, darüber etwas zu erfahren, möchte ich diesen Blog einrichten. Das Bild Hellingers in der deutschen Öffentlichkeit, so wie es beispielsweise in ZEIT:Wissen mit seit 10 Jahren unveränderten von einem Medium zum andern wandernden Klischees noch in diesem Jahr zu finden ist, verhindert, dass sich Familienaufstellungen in Deutschland  so verbreiten können, wie es z.B. an den Universitäten Madrid oder Barcelona möglich ist.

Auf meine Frage nach dem Umgang der Universität mit der “Wissenschaftlichkeit” der Methode antwortete mir der Lehrstuhlinhaber:  ” Wir forschen, indem wir die Folgen dokumentieren.Die Wirksamkeit wird von uns so erforscht, auch wenn wir nicht im einzelnen erklären können, wie diese Methode wirkt.”

Liebe herzliche Grüße in die Runde der Interessierten.

Maria