Umweltschutz auf Klassenfahrten
22. November 2011 von Holger Dreher
Immer mehr Schülerreiseveranstalter bieten in letzter Zeit Klassenfahrten zu immer weiter entfernteren Zielen an. Da sich die Ziele mit einem Bus nur nach längerer Fahrzeit erreichen lassen würden, wird immer häufiger als Alternative auch das Flugzeug angeboten. Ein umwelttechnischer Wahnsinn! Nicht nur dass die Schüler erst mal nach Griechenland oder Portugal auf Klassenfahrt gehen sich aber kaum in Deutschland auskennen, auch die Strecke die hierbei zurückgelegt wird steht in keinem Verhältnis zu einer inländischen Klassenfahrt.
Der Reisebus gehört laut Studien zu den umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln, vorausgesetzt er wird richtig eingesetzt. Hierzu sollte beachtet werden, dass die Busgröße der Gruppengröße entspricht. Aber auch die Leerkilometer die ein Bus fährt sollten minimiert werden. Hierzu gibt es für Busunternehmen spezielle Internetplattformen auf denen Fahrtdaten veröffentlicht werden. Die Busunternehmen können so ihre Busse besser planen und eventuelle Leerkilometer mit einer zusätzlichen Transferfahrt koppeln. Auf diese Art und Weise läßt sich zusätzlich der CO2-Ausstoß durch unnötige Leerkilometer verringern. Viele Reiseveranstalter nutzen bereits solche Plattformen.
Kleines Rechenbeispiel basierend auf "CO2-Emissionsminderung im Verkehr in Deutschland" Umweltbundesamt 05/2010
Zwei Schulklassen aus Frankfurt am Main jeweils 30 Personen gehen auf Klassenfahrt. Die erste fliegt nach Barcelona mit dem Flugzeug, die andere nach Hamburg an die Nordsee. Angenommen Geld würde keine Rolle spielen so könnte die Klasse nach Hamburg jeden Schüler mit seinen eigenen 50-Sitzer Reisebus fahren lassen um die um den gleichen CO2-Ausstoß wie die nach Barcelona fliegende Schulklasse zu erzeugen. Über die Kosten kann sich jeder selbst seine Gedanken machen.
Ein paar Links:
co2-emissionen-vergleichen.de
spiegel.de: CO2-Emissionen
Environmental assessment of passenger transportation should include infrastructure and supply chains
