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Immer mehr Schülerreiseveranstalter bieten in letzter Zeit Klassenfahrten zu immer weiter entfernteren Zielen an. Da sich die Ziele mit einem Bus nur nach längerer Fahrzeit erreichen lassen würden, wird immer häufiger als Alternative auch das Flugzeug angeboten. Ein umwelttechnischer Wahnsinn! Nicht nur dass die Schüler erst mal nach Griechenland oder Portugal auf Klassenfahrt gehen sich aber kaum in Deutschland auskennen, auch die Strecke die hierbei zurückgelegt wird steht in keinem Verhältnis zu einer inländischen Klassenfahrt.

Der Reisebus gehört laut Studien zu den umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln, vorausgesetzt er wird richtig eingesetzt. Hierzu sollte beachtet werden, dass die Busgröße der Gruppengröße entspricht. Aber auch die Leerkilometer die ein Bus fährt sollten minimiert werden. Hierzu gibt es für Busunternehmen spezielle Internetplattformen auf denen Fahrtdaten veröffentlicht werden. Die Busunternehmen können so ihre Busse besser planen und eventuelle Leerkilometer mit einer zusätzlichen Transferfahrt koppeln. Auf diese Art und Weise läßt sich zusätzlich der CO2-Ausstoß durch unnötige Leerkilometer verringern. Viele Reiseveranstalter nutzen bereits solche Plattformen.

Kleines Rechenbeispiel basierend auf "CO2-Emissionsminderung im Verkehr in Deutschland" Umweltbundesamt 05/2010
Zwei Schulklassen aus Frankfurt am Main jeweils 30 Personen gehen auf Klassenfahrt. Die erste fliegt nach Barcelona mit dem Flugzeug, die andere nach Hamburg an die Nordsee. Angenommen Geld würde keine Rolle spielen so könnte die Klasse nach Hamburg jeden Schüler mit seinen eigenen 50-Sitzer Reisebus fahren lassen um die um den gleichen CO2-Ausstoß wie die nach Barcelona fliegende Schulklasse zu erzeugen. Über die Kosten kann sich jeder selbst seine Gedanken machen.

Ein paar Links:
co2-emissionen-vergleichen.de
spiegel.de: CO2-Emissionen
Environmental assessment of passenger transportation should include infrastructure and supply chains

Wie in vielen italienischen Städten führen immer mehr Städte in Deutschland die Bettensteuer ein. So plant zum Beispiel Berlin laut einem Bericht www.focus.de 11.11.2011, welches immerhin ein recht bliebtes Ziel für Klassenfahrten ist, demnächst die Einführung der Bettensteuer. Die Mehrkosten werden so pro Kopf pro Nacht zwischen 1,00 bis 2,50 Euro liegen.

Wie genau die Bettensteuer verrechnet wird, fragen Sie bitte Ihren Veranstalter oder Ihre Unterkunft.

In der heutigen Zeit sind die Schüler einer permaneten Reizüberflutung durch Medien und Umwelt ausgesetzt. Die vituelle und visuelle durch PC und Fernsehen haben sich im Kinder- und Jugenzimmer festgesetzt. Durch hohe Verkehrsdichte sind Bewegungsfreiräume deutlich knapper geworden. Wo kann man heute noch auf Straßen spielen oder in der freien Natur spielen? Durch diese Vorgaben müssen auch die Schulen immer mehr leisten und vermitteln.

Klassenfahrten sind selbsterlebte Erfahrungen. In der Klassengemeinschaft werden andere Kulturen, Menschen, Landschaften und Begegnungen erfahren. Feste Strukturen in Gruppen werden aufgeweicht und es entsteht ein völlig neues Wirgefühl. Außerhalb der Schule können sich Lehrer und Schüler von einer anderen Seite kennenlernen.