Nachdem einige Kolleginnen nachfragen, wie denn das mit den Mathe-Bausteinen bei uns läuft, hier einige Erklärungen.

Das sind unsere Regale mit den Aufgaben zu den “Mathe-Bausteinen”. Jedes Kind bekommt zu einem mathematischen Thema einen Plan mit einigen Aufgaben: Arbeitsblätter, Aufgaben aus dem Buch und dem Arbeitsheft, Folien, Stöpselkarten, Logico, Spiele, … . In diesen Regalen liegt alles, und jeder kann sich nehmen, was er braucht. Wenn die Aufgabe erledigt ist, schaue ich sie mir an (mal weniger genau, mal länger) und hake sie ab. Wir arbeiten daran während der Hausaufgabenkorrektur am Morgen, in festgelegten Stunden und als Hausaufgabe. Manche Kinder arbeiten langsamer (da muss ich dann auch einmal Aufgaben streichen), andere sind sehr schnell (weil sie den Stoff schon können und einfach Spaß daran haben – da brauche ich dann auch mal “Pufferaufgaben”). Es wird deshalb nicht gleichzeitig an einem Plan gearbeitet, jeder hat sein Thema. Den Kids steht es frei, alleine oder mit einem Partner zu arbeiten.
Klar, dass das vor allem der Übungsteil des Mathematikunterrichts ist.
Für die Einführung oder Festigung eines neuen Bereiches gibt es mehrere Möglichkeiten:
1. Den ganz Schnellen erkläre ich kurz, wie es geht (oder lasse mir das neue Thema
von ihnen erklären – das geht meistens auch) -> öfters!
2. Wir besprechen in der Klassenstufe (Pinguine oder Eisbären) das Thema -> selten!
3. Wir besprechen mit allen ein Thema, z.B. Tauschaufgaben, Umkehraufgaben,
Zehnerübergang, Multiplikation, …, eigentlich ist alles möglich: die Kleinen rechnen
bis 20 (oder eben schon weiter), die Großen bis 100; meistens gibt es dann hierzu
auch Aufgaben, die Partner (Pinguin und Eisbär) gemeinsam lösen und sich erklären
müssen -> meistens!
Während der freien Arbeitszeit an den Bausteinen habe ich natürlich auch noch die Möglichkeit, mit den Schwächeren intensiver zu arbeiten, ihnen nochmal etwas zu erklären oder auch andere Anschauungsmaterialien zu verwenden. Diese Zeit ist sehr wertvoll, die hatte ich im gleichschrittigen Unterricht nicht.
Vorteile der Baustein-Arbeit:
- Jeder arbeitet nach seinem Vermögen, in seinem Tempo.
- Auch die Kinder werden zu Lehrenden, wenn sie ihren Mitschülern etwas erklären
können. Dadurch wird der Unterrichtsstoff wiederholt und geübt.
- Selbständiges Lernen wird geschult.
- Die Kleinen hören schon in den “Stoff” der Großen hinein, die Großen wiederholen
noch einmal den Stoff vom Vorjahr.
- Ich kann sehr viel differenziertes Arbeitsmaterial anbieten, muss es aber nicht
gleichzeitig für 22 oder mehr Schüler haben.
- Die Kinder wählen ihren Arbeitsort ( sie arbeiten oft an den Bänken oder liegen auch
am Boden mit Teppichen), bewegen sich zwischendurch. Das kommt der
geforderten “bewegten Grundschule” auch entgegen.
Nachteile:
- Die Arbeit mit den Baussteinen muss natürlich eingeschult werden. Manche haben da
auch noch nach zwei Jahren Probleme (die hätten sie aber so auch!). Da ist halt dann
eine besondere Überwachung nötig.
- Besonders die Schnellen neigen zu einem “Abarbeiten” der Aufgaben. Aber da ist es
dann auch wieder mein Job, ihnen geeignete zusätzliche Aufgaben anzubieten, die zu
mehr Denken anregen.
- In der Übungsphase ist es leider nicht immer so leise, wie ich es mir wünschen
würde. Da arbeiten wir noch dran.
Wer noch mehr dazu wissen will, kann mich gerne in den Kommentaren dazu fragen – und natürlich weiterhin im Blog lesen.