Feeds
Artikel
Kommentare

Reiseveranstalterhaftung

Diese Woche hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe noch einmal die starke Absicherung eines Reisenden bekraeftigt, der bei einem Reiseveranstalter gebucht hat.

Im konkreten Fall hatte ein Paar eine Flugreise gebucht und dafuer das Rail & Fly Angebot des Veranstalters in Anspruch genommen – sie hatten den Bahntransfer zum Flughafen inklusive. Die Bahn hatte Verspaetung (manch einem entfaehrt an dieser Stelle wohl ein stiller Seufzer ;-) ) und sie verpassten den Flug. Wie der BGH jetzt bekraeftigte, ist der Reiseveranstalter fuer die Abwicklung aller gebuchten Leistungen verantwortlich und muss fuer die Mehrkosten haften, die durch die Verspaetung entstanden sind.

In einer Zeit, in der die Buchung von einzelnen Reiseleistungen ueber das Internet zunimmt, sollte dieses Urteil noch einmal in Erinnerung bringen, welche Risiken mit der Zusammenstellung einer Reise verbunden sind. Haette das Paar aus dem verhandelten Fall Bahn/Flug/Hotel selbst einzeln gebucht um ein bisschen am Reisepreis zu sparen, waeren die Mehrkosten von immerhin 1000 € zu ihren eigenen Lasten gegangen.

Empoerung ueber die Preise eines Reiseveranstalters bei einem direkten Vergleich mit Eigenorganisation ist nicht angebracht. Die Risiken und Sorgfaltspflichten des Veranstalters sind enorm – entsprechend ihre persoenliche Sicherheit

Ryanair – pay low / flieg eng

Ryanair ist wieder in aller Munde nachdem O Leary angekuendigt hat, Flugstrecken von seiner Basis Hahn aus zu streichen. Wie fliegt man aber mit der nach seinen Worten “beliebtesten Airline”?

Vor ein paar Tagen hatte ich wieder einmal das Vergnuegen. Nicht, weil Ryanair meine beliebteste Airline ist, sondern weil die Flugzeiten und der Preis zu meinen Termine gepasst hat. Da ich erst 5 Wochen vor Abflug buchen konnte, war der Preis nicht billig. 140 € fuer die Strecke Hahn – Rom, das koennen andere auch. Dabei haben mich 10 € besonders geargert. Dieser Betrag ist angefallen, da ich keine Mastercard prepaid besitze. Alle anderen Zahlungsarten kosten zusaetzlich.

Um 30 € und Zeit zu sparen bin ich mit Handgepaeck geflogen. Dazu habe ich meinen Trolley noch einmal ausgemessen und nach dem Packen genau gewogen. 11 Kg – das ist zuviel – Kennen sie die Episode von Mr. Bean, wo er seinen kleinen Koffer fuer den Urlaub packt und alles radikal kuerzt (Hosenbeine, Zahnbuerste …), damit alles in den Koffer passt? So schlimm war es nicht, doch da mein Notebook mit Zubehoer schon 4 kg wiegt, musste ich genau auswaehlen.

Um den Flug um 7 h zu bekommen, musste ich um 3 h morgens losfahren. Hahn liegt leider nicht um die Ecke. Am Flughafen habe ich nach der Sicherheitskontrolle meinen Reisefuehrer, ein Buch, Kamera und ein paar weitere Utensilien in die Jackentaschen gestopft und bin mit meinem Trolley zum Boarding gegangen, wo an einer der 4 Schalter eine Mitarbeiterin mit einer Waage bewaffnet die Passagiere aussortierte. 10,8 kg ! – Eigentlich zu viel, aber sie war grosszuegig (oder durch die Dame vor mir abgelenkt, die ein Sammelsurium von Pflegemitteln sortierte?) – jedenfalls erhielt ich eine Banderole “checked luggage” an den Griff. Jetzt konnte ich aufatmen. Beim Boarding waere es zu spaet gewesen, den Koffer noch aufzugeben.

Nachdem ich einen Platz im Flugzeug gefunden hatte, fiel mir ein Tipp ein, den ich vergessen hatte. Suchen Sie sich ihren Sitznachbarn bewusst aus! Da sie ihm naeher kommen, als sie vielleicht wuenschen, und mit ihm in enger Verbundenheit 1 – 2 Stunden verbringen, sollte er ihr Typ sein – und von gepflegtem Aeusseren.

Fuer Personen meiner Groesse (eigentlich Durchschnitt mit 178 cm) sind die Sitze gerade noch akzeptabel. Gerade sitzend konnte ich meine Hand nicht mehr zwischen Knie und Vordersitzlehne schieben. Wie ich im Notfall den Kopf auf die Knie legen soll, ist mir ein Raetsel geblieben.

Der Flug verlief problemlos, obwohl die staendigen Stoerungen fuer Imbiss, Gewinnspiel, Geschenkartikel, Ryanair-Magazin etwas nervig sind.

Nach einer perfekten Landung musste ich O Leary Recht geben. Zum guenstigen Preis erhaelt man das, was man braucht – einen Transfer per Flug ueber weite Strecken. Wenn ich mehr will, kann ich alles haben, muss dafuer aber bezahlen. Zum Beispiel fuer eine Gitarre im Gepaeck – 80 € !! bei vorzeitiger Buchung!

Low Cost Service?

Über den miserablen Service bei Billig-Airlines wird viel geschrieben und ich muss zugeben, auch mir schwillt öfter der Kamm, wenn ich an Grenzen stosse, die von Ryanair & Co. im Interesse der Kostensenkung gezogen werden.

Heute war es wieder einmal soweit. Verunsichert durch ein email von easyjet wollte ein Kunde bestätigt haben, dass er wie gewohnt, die Reisedokument-Daten am Flughafen erfassen lassen kann. In der Buchung wurde mehr oder weniger eindringlich darauf hingewiesen, dass dies vorab auf der Website gemacht werden sollte.

Nun versuchen sie mal, bei Easyjet jemanden ans Telefon zu bekommen ~x(

Die Hotline gibt nur nach einer endlosen Schleife von Fragen den Text wieder, den ich auch schon auf der Website gefunden hatte. Innerlich formulierte ich schon einen Beschwerdetext, entschloss mich dann jedoch das Kontaktformular zu nutzen, dass auf der Website angeboten wird.

Und tatsächlich – innerhalb einer Stunde erhielt ich ein email mit einer Antwort. Die war nichts wert, da der Support Mitarbeiter den Link vergessen hat, auf den er verweisen wollte. Nach einem weiteren email erhielt ich jedoch einen aussagefähige Antwort. Wer sagts denn – jedenfalls vielen Dank an den easyjet Support.

Kommt die Luftverkehrsteuer?

Nachdem das Bundeskabinett angekuendigt hat, zum Zweck der Haushaltkonsolidierung u. a. eine Luftverkehrsteuer einzufuehren, ist die Aufregung gross. Die Abgabe soll nicht nur eine Steuererhoehung sondern auch `einen oekologischen Anreiz setzen` – eine Erziehungsmassnahme also.

Nun liegt der Beschluss des Bundeskabinett vor. Um zu verhindertn, dass bis zur Verabschiedung des Gesetzes noch schnell Fluege fuer 2011 gebucht werden, wurde gleich festgelegt, dass die Abgabe dann rueckwirkend fuer Buchungen ab 01.09.10, die fuer Fluege ab 01. Januar 2011, getaetigt werden.

Der Widerstand ist gross. Ryanair hat schon angekuendigt, dann vor allem in grenznahen Gebieten seine Basen auf Flugplaetze im Ausland auszulagern. Und genau das befuerchten die Flugplaetze in Grenznaehe. Neben Frankfurt Hahn als einem der groessten Standorte Ryanairs sind auch der Flughafen Niederrhein und weitere betroffen. Entsprechend haben die betroffenen Bundeslaender schon Widerstand angekuendigt.

Die Bedenken sind nicht unberechtigt. Das Beispiel der Niederlande zeigt, dass ein Alleingang ohne Einbezug der nationalen Nachbarn unerwuenschte Nebeneffekt hat. Dort wurde 2008 eine Abgabe von 45 € eingefuehrt. Diese war zwar deutlich hoeher als die 8 €, die bei Fluegen bis 2500 km in Deutschland anfallen sollen. Der Effekt war jedoch, dass die Niederlaender lieber ueber die Grenze nach Niederrhein gefahren sind, um sich diese Steuer zu sparen. Die Flughafenbetreiber `nahe` Duesseldorf rieben sich damals begeistert die Haende. Die Abgabe wurde daraufhin 2009 schleunigst wieder abgeschafft.

Kaum ist zu erwarten, dass die Airlines die Abgabe als Kosten verbuchen und die Kunden ungeschoren lassen. Gerade im Luftverkehr ist es gaengige Praxis, neben dem Preis eine ganze Liste an Gebuehren zu berechnen.

Wird die Abgabe kommen? Wir werden sehen, wie stark die Lobby der Airlines und der Flughaefen ist. Fuer Gruppenreisende lohnt sich unter Umstaenden der Umstieg auf den Bus – womit das oekologische Ziel des Gesetzentwurf erreicht waere.

In vier Wochen finden im Saarland die 20. St. Wendeler Jazztage statt. Es handelt sich um eine Jubiläumsveranstaltung, zu der Formationen aus Skandinavien, Frankreich und Deutschland eingeladen sind. Das Festival bietet aber auch saarländischen Musikern ein Forum.
Das ist kein Zufall. Die Seele hinter dem Jazzförderkreis St.Wendel e.V. ist Ernst Urmetzer, der als hauptberuflicher Lehrer am Gymnasium vor allem junge Leute für Musik im allgemeinen und Jazz im Besonderen begeistert.
Da soll noch jemand sagen, es gäbe keinen engagierten Lehrer!
Sehen sie selbst: http://www.wndjazz.de

Besuch in Prag

In Verbindung mit meinem Urlaub konnte ich mir einen aktuellen Eindruck von Prag verschaffen, ein beliebtes Reiseziel auch bei Gruppenreisen. In der Altstadt wurde und wird hier viel geleistet, um die historische Bausubstanz am Leben zu erhalten. Die Geschichte Boehmens ist von grossem Einfluss und Reichtum gepraegt und entsprechend finden sich in Prag eine Vielzahl an Sehenswuerdigkeiten und eindrucksvollen Strassenzuegen, die mich ueberrascht hat. Allein durch die Gassen oder Strassen der Altstadt zu schlendern, ist beeindruckend und verfuehrt dazu, regelmaessig den Fotoapparat zu zuecken. Was faengt man nur mit einer Sammlung von Bildern an, die vor allem Haeuserfassaden zeigen ;-) .
Eine Stadtfuehrung ist zu empfehlen, um einen Ueberblick zu erhalten und die Geschichte der Stadtteile zu verstehen. Danach lockt der Hradschin, der eindrucksvoll ueber der Stadt thront. Die Leistungen alter Baumeister sowohl im Veitsdom als auch in den Schlossanlagen ist auch fuer Architektur-Interessierte oder -Studierte von Interesse. Daneben der Petrin-Huegel mit dem “kleinen Eiffelturm” und erholsamen Gruenanlagen sowie einem schoenen Blick ueber die Stadt.
Zu einem Pragbesuch gehoert natuerlich auch die tschechische Kueche und Bier. Die Getraenkekarten sind vor allem durch das bekannte Pils aus Pilsen gepraegt. Andere Biersorten sind (zumindest in gaengigen Restaurants) schwer zu bekommen. Auf einer Karte stand zwar ein Weissbier mit Ursprung in Bayern. Der Ober wusste jedoch nichts davon und auf Nachfrage wurde bekannt, das es nicht mehr verfuegbar ist. Macht nichts – das tschechische Pils ist sehr gut.
In Verbindung mit Restaurant wurden wir wieder daran erinnert, dass auslaendische Touristen manchmal als willkommene Einkommensquelle gesehen werden. Auf der Suche nach einem Mittagessen wurden wir in der Altstadt von Akquisiteuren angesprochen, die mit der Speisekarte in der Hand Gaeste in ihr Restaurant locken. Ein anstrengender Job. Soweit ist dagegen nichts einzuwenden. Wir mussten allerdings feststellen, dass nur Standardgerichte recht guenstig waren. Dafuer waren die Getraenke stark ueberteuert (doppelter bis dreifacher Preis) und das Kreditkarten nicht akzeptiert werden. Eine Erfahrung mit schlechtem Beigeschmack. Dass es auch anders geht, wurde am Folgetag deutlich, als wir uns von einer Ortsansaessigen ein Restaurant empfehlen liessen. Hier war das Ambiente besser (schoener Innenhof), die Bedienung professionell und freundlich und das Essen sehr gut. Zudem die Preise moderat und die Getraenke zum ortsueblichen Preis.
Alles in allem war der Aufenthalt viel zu kurz, um auch nur einen Bruchteil mitzunehmen. Wir waren im Schwarzen Theater (auch fuer Kinder im Schulalter interessant), fuer eine Vorfuehrung im Nationaltheater oder Krziks Fontaine war jedoch keine Zeit. Dafuer werden wir im Fruehjahr wiederkommen und das Versaeumte gezielt nachholen.

Laut dem Statistikbericht ueber die private Luftfahrt in Oesterreich 2009 sind dort die Ticketpreise gegenueber 2005 um 40 % eingebrochen. Laut Austrian Airlines liegt der Grund nebend den Umstrukturierungen und der generellen kritischen Geschaeftsperiode auch im Preisdruck durch den steigenden Marktanteil von Billigfliegern.

Das ist fuer Kunden natuerlich grundsaetzlich positiv. Legt man neben diese Meldung andere aktuelle Meldungen, so sind auf dem Markt noch Korrekturen zu erwarten.

Die Flugausfaelle wegen der Aschewolke ueber Tage hat den Airlines gewaltige Summen an Mindereinnahmen beschert, wobei eine Reihe von Fixkosten bleiben. Die Leasinggebuehren fuer die Flugzeuge fallen unabhaengig von der Zeit an, die damit geflogen werden und die Personalkosten duerften nicht weniger geworden sein. Nimmt man die Bearbeitungszeit fuer Erstattungen z. B. bei Ryanair als Indiz, so werden hier wohl einige zusaetzliche Kraefte benoetigt werden.

Dazu kommt die Meldung ueber die Strafe von 3 Millionen Euro, die ueber Ryanair in Italien verhaengt wurde, da sie sich nicht um die Versorgung der gestrandeten Fluggaeste auf dem Flughafen Ciampino gekuemmert haetten. Dazu ist gut zu wissen, dass O Leary zunaechst verkuendet hatte, ausser der Erstattung des Ticketpreises wuerden sie keine weiteren Leistungen uebernehmen. Das Argument dafuer klingt auf den ersten Blick einleuchtend – Bei einem Ticketpreis von 30 € faellt es einem Kaufmann schwer, ein Vielfaches davon an Hotel-, Ersatzbefoerderungs- und Verpflegungskosten zu zahlen. Ein Unternehmer hat jedoch auch Fuersorgepflichten fuer seine Kunden. Konfrontiert mit der aktuellen Gesetzgebung hat der CEO von Ryanair inzwischen auch eingelenkt.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die gewaltigen Mehrkosten auf die Preise niederschlagen werden und auf die zukuenftige Geschaeftspolitik der Billigflieger. Das Geschaeftsmodell berueht nun einmal auf einer Ausreizung aller Kapazitaeten bis zum Limit. Stoerungen sind nicht vorgesehen und fuehren unweigerlich zu erheblichen Problemen – im Ablauf genauso wie in der Kalkulation.

Aktuell erleben wir eine Ausnahmesituation im europaeischen Luftverkehr, wie sie in unserem Land wohl zu Friedenszeiten noch nicht vorgekommen ist. Im noerdlichen Europa ist der Luftverkehr lahmgelegt.

Das neue Befoerderungsmodell “Billigflug” ist auf einmal ausgehebelt und der oft belaechelte Bus erfaehrt (zumindest fuer ein paar Tage) eine unerwartete Resonanz – ebenso die Bahn.

Fuer unsere Gruppe aus London haben wir nach stundenlanger Arbeit eine akzeptable Loesung fuer den Ruecktransport gefunden und andere Veranstalter werden ebenso fieberhaft an Loesungen arbeiten.

Was aber tun, wenn die Reise selbst zusammengestellt wurde und der Flug annulliert ist? Die airline wird nur den Flugpreis gutschreiben oder eine Alternative anbieten – aufgrund der Auslastung manchmal erst Tage spaeter. Das gebuchte Hotel wird jedoch nicht ohne weiteres auf sein Geld verzichten wollen.

Je nach Gruppengroesse kann man eine Bahnfahrt anfragen oder bei einem internationalen Linienverkehr wie www.touring.de.

Einige Reisende sind auch sehr clever. Vor ein paar Minuten erhielt ich einen Anruf aus Berlin, in dem gefragt wurde, ob wir eine Fahrt nach England oder Schottland haben – sie wuerden sich dann gerne anschliessen, da ihr Flug gestrichen ist.

Suchen sie Reiseveranstalter aus dem Internet und fragen sie dort nach. Es gibt auch Omnibusvermittlungszentralen wie bustreff.de oder ovz.de, wo Vermittlungsanfragen platziert werden koennen.

Was immer sie genoetigt sind, zu improvisieren – ich wuensche viel Erfolg!

Lohnt sich ein “Billigflug” fuer den Kurzurlaub ins Nachbarland? Eine Antwort auf diese Frage wird ein Wettrennen zwischen sieben Studentinnen der Saarbruecker Hochschule fuer Wirtschaft und Technik und ihrem Dozenten, Werner Matthias Ried, ergeben.

“Junge Leute seien zu sehr auf die Angebote der Billigflieger fixiert” klagt der Dozent und moechte bei einem Rennen im April von Saarbruecken zum Piccadilly Circus in London beweisen, dass der mit dem Hochgeschwindigkeitszug schneller ist als seine Studenten per Flugzeug.

Als Mitarbeiter der DB Fernverkehr AG ist Ried in dieser Frage vorbelastet. Was Zeiteinsatz und Komfortabilitaet betrifft, wird ihm jedoch jeder Recht geben, der das Modell “Billigflug” schon versucht hat. Die oft weite Anfahrt zum Flughafen, 1 – 2 Stunden Wartezeit fuer Checkin sowie die wiederum weite und kostspielige Fahrt vom Flughafen ausserhalb der Metropole in die Innenstadt lassen einen schnell zweifeln, ob das wirklich “ein kurzer Flug” ist.

Ein Argument pro Bahn ist auch der Umweltschutz. 104 Kilogramm CO2 fallen fuer jeden der Fluggaeste an, 12 Kilogramm Co2 fuer den Bahnreisenden. Nebenbei erwaehnt ist der Fahrgast im Omnibus noch umweltschonender

Sieht man auf die Kosten, so kann die Bahn nicht mithalten. Gerade Reisen ins Ausland sind oft recht teuer. Trotz Umweltverantwortung faellt da manchem die Entscheidung pro Flug nicht schwer.

Warten wir den Ausgang des Rennens ab.

Gut Essen in England?

Bei England denken wohl nicht viele an gutes Essen. Die englische Kueche hat keinen guten Ruf – zu Unrecht. Anlaesslich meines Aufenthalts an der Suedkueste habe ich 2 Tage lang Verschiedenes der „einfachen“ englischen Kueche probiert.
Versuchen sie vor allem „Full English Breakfast“. Neben Toast, Butter, Marmelade/Honig mit Tee/Kaffee waehlen Sie z. B. den Klassiker „Bacon and Eggs“ – gebratener Schinken mit gebratenen Eiern, wahlweise mit brauner Sauce, gebratener Wurst und „baked beans“. Wenn Sie nicht zu frueh zum Fruestueck gehen, ersetzt es Ihnen ggf. das Mittagessen.
In Bayern aufgewachsen und seit 20 Jahren im Saarland ansaessig kenne ich den Stolz der Deutschen auf ihr Bier. In Bayern Weissbier und im Saarland das Pils, durch Bitburger inzwischen weit verbreitet. Das englische Ale ist mit diesen beiden nicht zu vergleichen – in Geschmack und Vielfalt steht es dem deutschen Angebot jedoch keinesfalls nach. Ohne auf die vielfaeltigen Marken einzugehen ist vom tiefschwarzen und sehr wuerzigen Bier bis zu einem „Lager“, das fast suesslich wie ein AlcoPop schmeckt alles drin. Sie werden Ihren Geschmack finden.
Beim Essen habe ich mich vor allem an den meist mit Kreide auf einer grossen Tafel notierten Tagesangebot orientiert. Das ist kein „Tagesmenue“ wie ich es aus Deutschland kenne – die Tafel kann durchaus 20 Positionen erhalten. In einem Pub begann dieBedienung um 18.30 h mit dem Schreiben – ab 19 h konnte man warmes Essen bestellen.
Am ersten Abend versuchte ich „Bangers and Mash“ – kleine, grobe Bratwuerste mit „mashed Potatoes“, in diesem Fall ein grober Kartoffelpurree. Am Sonntag habe ich den traditionellen „Sunday Roast“ versucht – ein Bild finden sie auf meiner flickr-Seite.
Abends fand ich in Hatings das sehr ansprechende „Black Pearl“, in dem zwar keine Gaeste, dafuer eine sehr freundliche Bedienung war, die mich ueber diverse Speisen und Biere aufklaerte. Hier wagte ich mich an „Cod Fillet on a bed of succatagh & crushed potatoes“ . Das verstand ich zwar nicht, ich kann auch fuer succatagh keine Uebersetzung finden. Es schmeckte jedoch ausgezeichnet. Fuer mich war es ein Kabeljaufilet auf Kartoffeln, die aussahen wie schwach gebratene Bratkartoffeln, die in einer kleinen runden Form zu einem ca. 2 cm hohen Kuchen geformt worden waren.
Im mittelalterlichen Rye wagte ich mich dann an etwas fuer mich Neues – ein Lunch aus 2 gebackenen Kartoffeln mit weissen Bohnen in weisser Sosse mit geriebenem Kaese und diversem Salat (darunter auch Kresse). Es war sehr gut.
In Rye fand ich auch das, wonach ich als leidenschaflticher Teetrinker lange gesucht hatte – eine Teestube, wo „afternoon tea“ und „cream tea“ serviert wird. In einem mittelalterlichen Fachwerkhaus erfuhr ich, dass sich die Namen weniger auf die Teesorte als mehr auf die Beilagen bezieht. „Cream Tea“ besteht aus einer Kanne Tee mit zwei kleinen Broetchen, dazu „Cream“ aus Sahne anstatt Butter und Marmelade. Mehr konnte ich leider nicht essen. Sonst haette ich den umfangreicheren „Afternoon Tea“ versucht – hier werden zum Tee mehrere Gebaecksorten auf 2 – 3 Tellern uebereinander serviert, die mit einem Stock in der Mitte verbunden sind. Essen Sie nicht zuviel Mittags, wenn sie sich das vornehmen.
Mein Fazit – die englische Kueche mag ungewoehnlich sein – schlecht ist sie nicht und ich empfehle jedem, nicht nur London zu besuchen, sondern in laendlicherer Gegend „England zu probieren“.

Ältere Artikel »